Gedrucktes Teil im Vordergrund, S3 im Hintergrund (unscharf)
Gedruckte Teile im Fokus

 

Die nächste Cura-Version 5.0 wurde am 21. April 2022 anlässlich des Ultimaker Showcase vorgestellt und am 17. Mai 2022 als stabile Version veröffentlicht. Sie setzt dank der neuen Arachne-Slicing-Engine einen neuen Massstab in der FFF-Druckvorbereitung.

 

 

 

Die neue Slicer-Engine war schon eine ganze Zeit lang in gründlicher Vorbereitung. Ultimaker wollte sicherstellen, dass Alles genau so funktioniert wie es soll. Nun ist es endlich soweit und Ultimaker Cura 5.0 ist erhätlich.

Die Hauptmerkmale der neuen Version sind eine verbesserte Druckqualität bei feinen Details, belastbarere Bauteile und je nach Geometrie bis zu 20 Prozent Zeitersparnis.

 

Mehr Details und belastbarere Bauteile

Die sicherlich grösste Änderung in Ultimaker Cura 5.0 ist die radikal überarbeitete Slicer-Engine. Während der erste Schritt, die Aufteilung des Bauteils in Schichten keine Veränderung erfahren hat, wurde die Arbeitsweise des zweiten Schritts, die Berechnung der Werkzeugpfadlinien, sehr stark verändert. Neu arbeitet die Slicer-Engine nämlich mit einer variablen Linienbreite.

In der Vergangenheit bestanden Druckdateien aus Pfadlinien mit konstanter Linienbreite, die vom Durchmesser der Düsenöffnung und je nach Profil von einer Anpassung der Linienbreite abhing. So wurden dann bei einer Wandstärke von z.B. zweieinhalb Mal der Linienbreite von Ultimaker Cura zwei Wandlinien und - je nach ausgewählter detaillierter Einstellung - eine Lücke dazwischen (was zu einer brüchigen Wand führte) oder eine ganz schmalen Füllung, die fast staccato-artig ausgeführt wurde und zu heftigen Vibrationen, erhöhter Geräuschentwicklung und langen Druckzeiten führte. Sogar mit der künstlichen Füllung zwischen den Wandlinien konnten Lücken dazwischen entstehen. In einigen Fällen, z.B. bei extrem schmalen Details, wurden Strukturen mit einer Wanddicke von weniger als einer Linienbreite überhaupt nicht gedruckt.

Randlinien mit fixer Breite und Fuellung
Randlinien mit variabler Breite
Vergleich zwischen den generierten Wandlinien mit dazwischenliegender Füllung in Cura 4.13 (links) und Cura 5.0 (rechts).

 

Mit der neuen Slicing-Engine wird die Linienbreite während des Druckens dynamisch angepasst. Das bedeutet, dass weniger Lücken zwischen Linien auftreten und dass die Werkzeug-Pfadlinien effizienter sind. Das resultiert dann auch in einer höheren Genauigkeit beim Druck dünner Wände und feiner Details. Damit werden die gedruckten Objekte belastbarer und sehen auch noch besser aus.

Die nachfolgende Grafik zeigt ein Beispiel im Vorschau-Modus von Ultimaker Cura (5.0 und 4.13); gut sichtbar ist, dass die variable Linienbreite ein deutliche anderes und verbessertes Slicing-Ergebnis gegenüber der Vorgängerversion von Ultimaker Cura bringt.

Konkreter Slicing-Unterschied von Cura 5.0 gegenüber 4.13
Direkter Vergleich der Slicing-Ergebnisse von Ultimaker Cura 5.0 (links) und 4.13 (rechts) anhand eines zylindrischen, aber nicht homogenen Objekts.

 

Eine weitere massive Verbesserung bringt die neue Slicer-Engine beim Druck ganz feiner Details und dünner Wände, die zuvor gar nicht verarbeitet werden konnten. Das ist sowohl in der Slicer-Software wie natürlich auch in den gedruckten Teilen sichtbar. Als Beispiel sind hier drei sehr kleine Versionen des beliebten Test-Prints "3D-Benchy" (Quell-Referenz):

Drei verschieden kleine 3DBenchy in Ultimaker Cura 4.13
3DBenchy geslict mit 20&, 15% und 10% der Originalgrösse in Ultimaker Cura 4.13.

 

Diese drei Modelle wurden mit einer Schichthöhe von 0.1 mm für einen AA 0.25 mm Printcore geslict. Die in grau gezeigten Modellteile sind so klein, dass sie gar nicht in Pfadlinien umgesetzt werden können. Während das 20%-Benchy noch komplett ist, fehlen bei kleineren Ausführungen zuerst Teile des Kamins und schliesslich der Kabine. Die gleichen drei Modelle sehen in Ultimaker Cura 5.0 dann so aus:

Drei verschieden kleine 3DBenchy in Ultimaker Cura 5.0
3DBenchy geslict mit 20&, 15% und 10% der Originalgrösse in Ultimaker Cura 5.0.

 

Im Unterschied zur vorherigen Version, werden alle drei Modelle in Cura 5.0 ohne Probleme geslict und können auf einem Drucker, der zur entsprechenden Auflösung fähig ist, auch problemlos gedruckt werden!

An dieser Stelle soll Allen gedankt werden, welche die neue Slicing-Engine in mehreren Beta-Versionen getestet und mit ihrem Feedback zur Reife gebracht haben. Ultimaker freut sich auf die diversen Anwendungen, welche die Community in Zukunft mit der neuen Version erschliessen wird.

 

Schnellere Druckprofile

Die neue Slicing-Engine ermöglichte die Weiterentwicklung der Ultimaker Druckprofile. Diese sind nun schneller als je zuvor. Benutzer eines Ultimaker Druckers können eine Verkürzung der Druckzeit um bis zu 20% erwarten. Natürlich gewinnen diejenigen Druckaufträge, die sehr stark von den Änderungen durch die neue Funktionsweise der Slicing-Engine betroffen sind.

Diese Zeitgewinne addieren sich zu denjenigen, die bereits durch das Ultimaker Cura 4.13 Update erzielt wurden. Damit zeigt sich, dass die Besitzer von Ultimaker Druckern nicht nur Zugang zu den besten Druckprofilen haben, sondern dass diese Profile kontinuierlich verbessert werden und stets von den neusten Entwicklungen in Ultimaker Cura profitieren.

 

Weitere Verbesserungen

Die folgenden Verbesserungen haben ebenfalls Einzug in den Ultimaker Cura 5.0 Release gefunden:

  • Unterstützung für Apple M1 CPUs. Etliche Darstellungsfehler wurden behoben so dass Benutzer von Apple M1 Prozessoren nun von einer verbesserten Kompatibilität profitieren können.
  • Umgestaltete Ultimaker Marktplatz-Integration. Die Auswahllogik für den Ultimaker Marktplatz innerhalb Ultimaker Cura wurde überarbeitet. Damit ist es einfacher und schneller, Plugins und Materialprofile zu finden und zu installieren.
  • Verbesserte Benutzeroberfläche. Unzählige Änderungen und Verbesserungen wurden bei der Benutzerschnittstelle vorgenommen, u.a. aktualisierte Menus und ein verbessertes virtuelles Druckbett.

 

Den Ultimaker Showcase ansehen

Wer mehr über Ultimaker Cura 5.0 und einige der faszinierenden Anwendungen, welche die neue Version erst möglich macht, erfahren will, sieht sich am besten den kürzlich abgehaltenen Ultimaker Showcase an, der neben der neuen Ultimaker Cura Version auch noch ein paar andere Neuigkeiten aus der Ultimaker-Welt bereitgehalten hat.

Mariska Maas zeigt das Benchy

 

Der Showcase kann hier angesehen werden.

Es sind auch weitere Beiträge von Ultimaker zu den erweiterten Möglichkeiten von Ultimaker Cura 5.0 zu erwarten.

 

Download

Cura 5.0 ist für Windows, MacOS und Linux mit Unterstützung für eine Vielzahl an Sprachen inklusive Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar und steht hier zum Download bereit. Ein Ultimaker-Konto gibt Ihnen Zugang zur Ultimaker Cloud sowie zur Ultimaker Community der 3D-Druck Experten, wo Sie gerne Rückmeldungen zur neuen Beta-Version platzieren können. Fehlermeldungen werden auf Github in strukturierter Form entgegen genommen.

 

Dieser Artikel ist entstanden durch Übersetzung von Inhalten aus dem Ultimaker-Marketing-Artikels welcher hier gefunden werden kann und aus dem technischen Forumbeitrag (Link siehe oben bei Rückmeldung).