Ultimaker in haeuslicher Umgebung (Killa Design)

 

Die COVID-19 Pandemie führt auch in der Schweiz dazu, dass immer mehr Personen von zu Hause aus arbeiten. Was für Büroarbeiten verhältnismässig einfach zu organisieren ist - ein Laptop und eine Internet-Verbindung ermöglichen zusammen schon sehr viel - stösst dort an Herausforderungen wo spezielle Geräte zur Arbeit benötigt werden. Dazu gehören auch 3D-Drucker.

In diesem Artikel soll beleuchtet werden, welche Möglichkeiten die 3D-Drucker im DIM3NSIONS Sortiment bieten.

 

Wo steht der Drucker?

Von den möglichen Fällen der Verteilung von Benutzer und Drucker auf Arbeitsstätte und Zuhause interessieren aktuell eben die beiden Fälle wo sich der Benutzer zuhause befindet. Der Drucker hingegen kann entweder weiterhin in der Arbeitsstätte stehen oder aber er befindet sich ebenfalls beim Benutzer zuhause.

Während sich im ersten Fall eher Fragen des Arbeitsablaufs stellen geht es im zweiten Fall auch um Themen des Transports und des Betriebs in einer anderen Umgebung.

 

Der Drucker in der Arbeitsstätte

In diesem Fall sind Benutzer und Drucker räumlich klar voneinander getrennt. Rasch zum 3D Drucker zu gehen ist nicht möglich. Das bedeutet, dass bei der Vorbereitung von Druckjobs noch mehr Sorgfalt angewendet werden muss als sonst. Schliesslich kann zwar ein Druck abgebrochen werden, aber je nach Drucker muss dann vor Ort der abgebrochene Print entfernt und der Drucker wieder in Ausgangsstellung gesetzt werden. Bei einigen Druckern muss auch explizit vor dem Druckstart noch ein oder zwei Handgriffe vorgenommen werden. Natürlich muss für das Postprocessing jemand beim Drucker sein bzw. den Druck an den Benutzer weiterleiten können.

Im Folgenden soll die Thematik nach Hersteller abgestuft betrachtet werden.

 

Blackbelt 3D

Am meisten Freiheit bietet sicher der Blackbelt 3D Drucker - sofern er über einen Blackbelt Server netzwerkfähig gemacht wurde und der Benutzer von zuhause aus auf diesen Blackbelt Server mittels Blackbelt Cura zugreifen kann.

Blackbelt 3D mit Blackbelt Server
Blackbelt 3D Drucker mit verbundenem Blackbelt Server (Box Mitte hinten).

Als Endlos-Drucker ist der Blackbelt fähig, Teil um Teil zu drucken ohne dass diese extra entfernt werden müssen. Natürlich ist es sinnvoll am Ende des Laufbandes eine Auffangvorrichtung für die fertigen Teile zu montieren. Drucke können abgebrochen und neu gestartet werden ohne dass eine Taste am Drucker betätigt werden muss. Der einzige Moment, wo eine Benutzer-Interaktion nötig ist, ist natürlich der, wo die Filament-Spule leer ist. Dank des (optionalen) Filament-Runout-Sensors bemerkt der Druck jedoch das Ende und hält den Druck an, so dass auch ein grösseres Druckobjekt dadurch nicht abgebrochen werden muss.

 

Formlabs Drucker

Bei den Formlabs Druckern muss z.T. zwischen dem Form 2 und dem Form 3/3B unterschieden werden. Gemeinsam ist den Druckern jedoch, dass ein Druck nach Vollendung praktisch beliebig lange an der Druckplatform hängen gelassen werden kann bevor er entnommen wird. Vor UV-Licht unter der eingefärbten Haube geschützt verbleibt das Material im Grünzustand.

Beim Form 2 muss nach dem Hochladen des Druckauftrags, das im Prinzip auch aus der Ferne geschehen kann, am Drucker der Druckjob mittels Knopfdruck gestartet und die Ventilkappe der Harz-Kartusche geöffnet werden. Die Kartusche sollte, sofern nicht in den 1-2 Tagen zuvor geschehen, vor dem Druck gründlich geschüttelt werden um eine Entmischung des Harzes zu verhindern.

Der Form 3/3B kann mittels Priming-Funktion in einen startbereiten Zustand versetzt werden. Dazu muss die Kartusche geschüttelt worden und die Ventilkappe geöffnet sein. Wegen der Entmischung des Harzes in der Kartusche sollte der Drucker nicht mehrere Tage im Priming-Modus gelassen werden.

Überwacht werden können die Formlabs Drucker via Formlabs Dashboard.

Ueberwachung im Formlabs Dashboard
Im Formlabs Dashboard können beliebig viele Drucker aus der Ferne überwacht werden.

 

 

Ultimaker Drucker

Auch bei den Ultimaker Druckern gibt es leichte Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen. Ein Ultimaker 2+ muss, sofern er nicht an einem Octoprint-Server hängt, vor Ort gestartet werden. Bei den Modellen 3 (inkl. Extended) und der S-Linie (S3 und S5) kann natürlich ein Druckjob via Netzwerk oder Ultimaker Cloud gestartet werden.

Der Vorteil des Netzwerk-Drucks via Ultimaker Connect ist aktuell die Überwachung per integrierter Kamera. Dieses Feature ist für die Cloud-Verbindung erst geplant aber noch nicht umgesetzt. Umgekehrt ermöglicht die Cloud-Verbindung natürlich den einfachen Druck von jedem beliebigen Ort aus ohne das sich der Benutzer via VPN ins Firmennetzwerk einloggen muss.

Anmeldung zur Ultimaker Cloud
Anmelde-Dialog für einen Drucker in der Ultimaker Cloud.

 

Benachrichtigen lassen wenn der Druck fertig ist kann sich der Benutzer über die Ultimaker App. Entnommen werden muss der Druck natürlich vor Ort. Dabei muss die Entnahme des Drucks am Drucker quittiert werden. Bei den Modellen 3, S3 und S5 kann aber z.B. auch ein vereinfachtes Verfahren zum Einsatz kommen bei dem eine Person, welche normalerweise nicht mit dem Drucker arbeitet einfach die Glasplatte austauscht und die Entnahme bestätigt. Dann ist der Drucker wieder bereit für einen neuen Druck und dank des Active Levelings muss keine Neujustierung des Druckbetts aufgrund der ausgetauschten Glasplatte vorgenommen werden.

Für den maximal langen Druck ohne Materialwechsel bietet sich natürlich das S5 Pro Bundle dank der Material Station an. Mit bis zu 6 Spulen des gleichen Materials ergibt sich hier eine ziemlich lange Zeit von einem Materialwechsel zum nächsten.

 

Der Drucker zuhause

Desktop 3D Drucker lassen sich grundsätzlich gut mit einem Auto transportieren. Je nach Grösse und Gewicht kann ein Drucker auch mit einem Paketdienst nach Hause geschickt werden. Hier wird dringend empfohlen, dazu die Originalverpackung zu verwenden.

Im Folgenden wollen wir nun sowohl die Transport-Thematik wie auch den Betrieb zu Hause nach Marke im Detail anschauen.

 

Blackbelt 3D

Ein Blackbelt Drucker ist realistischerweise nicht ein Drucker, den man mal einfach kurz nach Hause nimmt. Soll das aber trotzdem geschehen, so kann dies entweder in einem genügend grossen Kofferraum oder Nutzfahrzeug passieren oder als Stückgut in der Original-Kiste. Beim Transport im Auto muss unbedingt der Druckkopf entfernt, der Winkel-Rahmen auf 0-Grad-Position fixiert und der Drucker inkl. Zubehör natürlich fachgerecht im Fahrzeug gesichert werden. Es ist auch darauf zu achten, dass der Belt keinen Schaden nimmt.

Ein Blackbelt stellt man sich zu Hause kaum in die gute Stube. Ein Hobbyraum oder eine beheizte Garage ist da eher der richtige Aufstellort. Der Raum sollte je nach Druckmaterial gut belüftet sein; jedoch sollte Zugluft aufgrund des offenen Druckerdesigns vermieden werden.

Da der Blackbelt 3D Drucker eine mittlere Geräschentwicklung hat sollten beim Heimbetrieb auch empfindliche Ohren in der Nachbarschaft berücksichtigt werden.

 

Formlabs Drucker und Zubehör

Der Transport eine Formlab Druckers nach Hause stellt in der Originalverpackung kein Problem dar. Auch kann er so verschickt werden. Beim Form 3 ist unbedingt die LPU wieder mit der Transportsicherung (Metall-Riegel plus Schrauben) zu sichern.

Heikel ist aber natürlich der Transport befüllter Harztanks. Egal ob es sich dabei um Form 2 oder Form 3/3B Tanks handelt: die Abdeckung des Tanks schliesst nicht flüssigkeitsdicht ab. Die Tanks sollten also nicht um mehr als 15 Grad geneigt werden. Allfällige kleinere Kleckereien können mit einem fusselfreien Tuch entfernt werden. Wird das optische Fenster eines Form 2 Tanks beschmutzt so kann auf der Aussen-/Unterseite ein Acrylreiniger eingesetzt werden (z.B. Novus 1). Keinesfalls darf Isopropanol zum Einsatz an Tankoberflächen kommen.

 

Arbeit zu Hause an gedruckter Lautsprecherbox
Im Home-Office kann durchaus auch mit einem Form 3 Drucker gearbeitet werden.

Soll eine Form Wash Station transportiert werden so ist diese unbedingt vor dem Transport zu entleeren und der Innenraum auszutrocknen. Beim Transport von Isopropanol sind je nach verwendetem Gebinde die gesetztlichen Bestimmung zum Transport von Gefahrengütern anzuwenden.

Beim Betrieb der Formlabs Geräte ist schliesslich auf eine gute Belüftung des Raumes zu achten da die Dämpfe sowohl der Harze wie auch von Isopropanol nicht unbedenklich sind. Räume mit einer konstanten Abluft sind da besonders geeignet. Das kann die Abluft einer kontrollierten Wohnungslüftung sein oder auch ein vorübergehend nicht benutztes Gäste-WC. Dabei ist aber zu beachten, dass die Ventilatoren solcher Abluftanlagen nicht explosionsgeschützt sind. Keinesfalls sollten die Geräte im Küchenbereich betrieben werden.

 

Ultimaker Drucker

Ultimaker Drucker und Zubehör lassen sich einfach per Auto aber auch mittels Paketservice nach Hause transportieren. Es ist empfohlen, dabei die Frontklappe des Druckkopfs der Modelle 3, S3 und S5 mit einem Klebband zu sichern. Beim Transport mit dem Auto sind keine weiteren Sicherungen nötig; im Versandfall sollte der Druckkopf mit einem oder zwei Kabelbinder an den seitlichen Achsen fixiert und die Glasplatte separat (z.B. in der Zubehörbox) verstaut werden.

Beim Betrieb des Druckers zu Hause ist natürlich einerseits auf ausreichende Belüftung des Raums zu achten (v.a. beim Druck von fortgeschrittenen Ingenieur-Materialien wie ABS oder PC). Andererseits sollte im beginnenden Frühling auch die Feuchtigkeit im Auge behalten werden wenn mit PVA und/oder Nylon gedruckt wird. Eine Drybox wie die Polybox kann hier gute Dienste leisten.

 

Weiterführende Informationen

Formlabs hat zum Thema Home-Office einen eigenen News-Beitrag veröffentlicht, der hier zu finden ist.

Haben Sie weitere Hinweise oder Fragen zum Thema? Nutzen Sie dazu bitte die Kommentar-Funktion dieses Beitrags.